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Geschichte der Kreisfeuerwehr

Bereits im Mittelalter, mit der Entwicklung und dem Aufblühen der Städte hat man sich in Deutschland mit dem Feuerschutz beschäftigt. Man stellte fest, daß sich mit dieser Entwicklung auch die Brandgefahren vergrößerten und erließ deshalb die Anordnung, daß sich Jedermann für den Feuerschutz zur Verfügung zu stellen hatte und auf jedem Gehöft die erforderlichen Ledereimer sowie eine lederbespannte Wassertonne, Löschbesen und Leiter vorhanden sein mußten.

Um 1400 wurde die Feuerspritze ohne Pumpe erfunden, 1518 folgte die Erfindung der Feuerspritze mit Pumpe und im 17. Jahrhundert die Feuerspritze mit Wenderohr. Eine solche Spritze wurde von der Gemeinde Heinsen, im Jahre 1818 angeschafft. Sie war von einer Braunschweiger Firma gebaut worden und war eine der ersten Spritzen im Kreise. Der Nachteil dieser Spritze war, daß das Wenderohr direkt an der Spritze angebracht war und deshalb sehr nah an den Brandherd herangebracht werden mußte. Trotzdem war diese Erfindung zu jener Zeit ein bedeutender Fortschritt. 1672 wurde der Schlauch erfunden, ein Lederschlauch - auch Schlange genannt - der später durch Hanf-, Gummi- und zuletzt durch den Synthetikschlauch in der heutigen Form ersetzt wurde.

Die ersten polizeilichen Vorschriften auf dem Gebiet des Feuerlöschwesens sind etwa um 1670, in dieser Gegend jedoch erst im Jahre 1823 nach der Einrichtung der Landdrosteien ergangen. 1852 wurde den Gemeinden allgemein auferlegt, dafür zu sorgen, daß die nötigen Feuerlöscheinrichtungen vorhanden und in gutem Zustand waren. 1853 erfolgte die erste Feuerlöschordnung in Preußen und 1865 im früheren Königreich Hannover. Seitdem wurde das Feuerlöschwesen in den einzelnen Provinzen unterschiedlich gehandhabt, erst später wurde dieses innerhalb des Preußischen Staatsgebietes einheitlich geregelt.

Den Anstoß zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehren gab im Jahre 1863 das deutsche Turnfest in Leipzig. Die Leipziger Turnerfeuerwehr führte eine Übung vor, die bei den Anwesenden einen solch nachhaltigen Eindruck machte, daß viele Turner aus den verschiedensten Provinzen ebenfalls Turnerfeuerwehren gründeten, aus denen unsere jetzigen Freiwilligen Feuerwehren hervorgingen. Auch die älteste Freiwillige Feuerwehr unseres Landkreises, die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Hameln ist aus einer solchen Turnerfeuerwehr hervorgegangen. 1875 erfolgte die Gründung der Freiwilligen Feuerwehren Bessingen, Bisperode und Harderode und 1876 Hess. Oldendorf, die seit der Gebiets- und Verwaltungsreforrn unserem Landkreis zugeordnet wurden. Im Jahre 1879 wurde - nach einem vergeblichen Versuch in 1863 - die Freiwillige Feuerwehr Bad Pyrmont gegründet.

Es folgten in den Jahren:

1880 Kirchohsen
1883 Hajen
1885 Aerzen, Coppenbrügge und Grohnde
1888 Hagenohsen
1893 Afferde, Esperde, Hastenbeck, Herkensen und Hohnsen
1894 Frenke
1896 Brockensen
1897 Hemeringen
1900 Holzhausen
1904 Emmern
1906 Ohr, Oldendorf und Tündern
1908 Behrensen
1909 Gr. Berkel und Gr. Hilligsfeld
1921 Salzhemmendorf
1922 Wallensen

Bereits 1911 hatte sich die Feuerwehren Hameln, Bodenwerder, Afferde, Aerzen, Behrensen, Groß- und Klein Hilligsfeld, Hastenbeck, Holtensen, Rohrsen und Tündern unter der Führung des damaligen Hauptmanns der Freiwilligen Feuerwehr Bad Pyrmont, des sehr zielbewußten Rektors Knüppel zu dem Emmer- Weser- Verband zusammengeschlossen, der seine Aufgabe darin sah, seine Mitglieder über technische Neuerungen zu informieren und damit vertraut zu machen, um die Schlagfertigkeit der Wehren zu erhöhen. Am 16. September 1923 wurde auf Initiative dieses Verbandes in der Gemeinde Kirchohsen der

"Feuerwehrverband Hameln und Umgebung"

gegründet, dem sämtliche damals bestehende Feuerwehren des Kreises sowie die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Hameln beitraten.

Es waren die Freiwilligen Feuerwehren:

  Gemeinde Mitglieder Wehrführer
1 Aerzen 68 Heinrich Sielemann
2 Afferde 60 Ludwig Schatz
3 Behrensen 30 August Koch
4 Benstorf 60 Harry Warnecke
5 Bodenwerder 80 Wilhelm Uhlit
6 Brockensen 30 Karl Grupe
7 Diedersen 54 Heinrich Feuerhake
8 Emmern 52 Hermann Schmalkuche
9 Esperde 38 Friedrich Wittkop
10 Frenke 29 Friedrich Warnecke
11 Groß Berkel 85 Wilhelm Brockmann
12 Groß Hilligsfeld 60 Hermann Bornemann
13 Oldendorf 60 Emil Wöhler
14 Grohnde 53 Theodor Papenmeyer
15 Hagenohsen 38 Hermann Sagebiel
16 Hajen 46 Robert Bolm
17 Hameln 130 Gerhard Meyer
18 Hastenbeck 48 Heinrich Kuckuck
19 Hemeringen 65 Friedrich Twick
20 Hemmendorf 100 Georg Räker
21 Herkensen 32 Karl Steding
22 Hohnsen 35 Friedrich Schaper
23 Holzhausen 60 Fritz Schwänke
24 Kirchohsen 60 Heinrich Leppel
25 Lügde 57 Heinrich Lödige
26 Ohr 35 Wilhelm Schöneberg
27 Polle 38 noch nicht gewählt
28 Pyrmont 73 Rektor Knüppel
29 Rohrsen 37 Friedrich Frengel
30 Salzhemmendorf 90 Heinrich Stollberg
31 Tündern 78 Ludwig Klenke
  Summe 1781  

 

 

Zum Vorsitzenden wählten die Feuerwehren den bisherigen Vorsitzenden des Emmer- Weser- Verbandes, den bewährten Rektor Knüppel aus Bad Pyrmont, dessen Stellvertreter wurde Fabrikant Möller aus Bodenwerder. Vorstandsmitglieder wurden Bäckermeister Meyer aus Hameln, Lokomotivführer Knief aus Afferde und Landwirt Schaper aus Hohnsen. Kreisbrandmeister wurde der Gutsbesitzer Rathing aus Hilligsfeld-Oehrsen, dessen Stellvertreter Maurermeister Sielemann aus Aerzen. Der 1. Kreisfeuerwehrverbandstag wurde am Sonntag, dem 29. Juni 1924 in Kirchohsen durchgeführt. Das Geleitwort ist im Original erhalten:

Zum Geleit!

Der im Jahre 1923 gegründete Feuerwehrverband für Hameln und Urngebung
beruft seine Mitglieder zur ersten Verbandstagung am 29. Juni nach Kirchohsen.
Der Verband hat sich zum Ziele genommen, in seinem Bezirk das Feuerlöschwe-
sen auf jede nur mögliche Weise zu heben. Niemand und insbesondere keine
Verwaltungsbehörde in Stadt und Kreis wird diese Bestrebungen rnit anderen
Gefühlen als mit denen der wärmsten Sympathie verfolgen.

Gilt es doch, bei der heutigen Not und Armut unseres Volkes geradezu unersetz-
liche, in Baulichkeiten, Geräten und Einrichtungsstücken aller Art angelegten
Vermögenswerte vor der Vernichtung durch das gefräßige Element zu schützen.
Niemals war daher der Ausbau der Feuerlöscheinrichtungen durch die tätige Hil-
fe aller Mitbürger für die Allgemeinheit nötiger als in heutiger Zeit.

Wir, die Vertreter von Kreis und Stadt, werden die Ziele des Verbandes stets auf
das Kräftigste zu fördern bemüht sein, wie wir denn auch in der Vergangenheit
bereits durch die gemeinsame Beschaffung einer Überlandmotorspritze tätigen
Anteil an der Verbesserung des Feuerschutzes genommen haben. In diesem Sinne
rufen wir der Verbandsversammlung am 29. Juni ein kräftiges "Gut Wehr" entgegen.
 

Der Magistrat des Bürgervorsteher-

Der Landrat und Kreisausschußkollegiums der Stadt Hameln des Kreises Hameln-Pyrmont

Jürgens Lemke, Dr.Loeb
 

Rektor Knüppel übte sein Amt bis zum Tode im Jahr 1929 aus, zu seinem Nachfolger wurde der Kreisbrandmeister Wilhelm Rathing gewählt. Dieser genoß nicht nur das Vertrauen der Feuerwehren unseres Landkreises, er war bereits im Jahr 1926 zum Vertreter der Wehren des Regierungsbezirks Hannover in den Vorstand des Provinzialfeuerwehrverbandes der Provinz Hannover gewählt worden. Dieses Amt hat er - zuletzt als 2. Vorsitzender des Verbandes - bis zur Neuordnung des Feuerlöschwesens durch das Feuerlöschgesetz Ende 1933 wahrgenommen. Während seiner Leitung des Kreisfeuerwehrverbandes wurden folgende Feuerwehren gegründet und schlossen sich dem Verband an:

1923 Benstorf
1924 Hemmendorf, Polle, Diedersen, Wehrbergen, Börry, Lauenstein, Kl. Berkel, Amelgatzen und Marienau
1925 Selxen, Dörpe, Weenzen, Hagen und Hämelschenburg
1926 Dehmke und Bäntorf
1929 Latferde und Brünnighausen 
1930 Lachem
1931 Gellersen

Am 15. Dezember 1933 trat ein neues Feuerlöschgesetz in Kraft. Damit wurde eine rechtseinheitliche Regelung geschaffen. So mußten z.B. alle über 65 Jahre alten Feuerwehrmänner aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Folgende, von der Polizeiaufsichtsbehörde anerkannten Freiwilligen Feuerwehren wurden gegründet:

1933 Osterwald, Kleinenberg und Königsförde

1934 Vahlbruch, Voremberg, Levedagsen, Löwensen, Thal, Welsede, Heinsen, Thüste, Brevörde, Ockensen, Reher, Bessinghausen, Ahrenfeld, Holtensen, Meiborßen, Grießem, Lüntorf, Herkendorf, Reinerbeck, Großenberg, Unsen, Eichenbom, Haverbeck, Baarsen, Halvestorf, Grupenhagen, Neersen und Dehmkerbrock

1935 Multhöpen und Welliehausen

1938 Egge
Der Kreisbrandmeister und Kreisverbandsvorsitzender Wilhelm Rathing, Oehrsen, trat 1937 aus gesundheitlichen Gründen zurück. Er verstarb im Jahre 1939 und wurde unter großer Anteilnahme der Freiwilligen Feuerwehren auch weit über Kreis- und Landesgrenzen hinaus, beigesetzt. Neuer Kreisfeuerwehrführer wurde der damalige Wehrführer der FF Kirchohsen, Karl Müller, dessen Stellvertreter wurde Fritz Möller aus Aerzen.

Mit dem Feuerschutzgesetz vom 23. November 1939 werden die Freiwilligen Feuerwehren der Polizei ungegliedert, gehörten zur technischen Hilfstruppe und wurden letztlich dem Reichsführer SS unterstellt. Der Kreisfeuerwehrverband Hameln-Pyrmont wurde aufgelöst.

Während des Krieges nahmen die Angehörigen der Feuerwehren neben der Brandbekämpfung auch an Bergungsarbeiten als Folge der Bombenabwürfe teil. Besonders sind hier die Flächenbrände - entstanden durch Brandbomben - im Raum Selxen, Lachem und Marienau zu erwähnen. Eine Bereitschaft, bestehend aus Angehörigen der Wehren Aerzen, Bad Pyrmont, Coppenbrügge und Oldendorf wurde in den Jahren 1942 bis 1945 unter der Führung des OBM Erich Kropp aus Aerzen nach Hannover zu Lösch- und Bergungsarbeiten beordert.

Nach der Besetzung durch amerikanische Streitkräfte in den ersten Apriltagen 1945 kam das Feuerlöschwesen völlig zum Erliegen. Viele Feuerwehrmänner waren Opfer des Krieges geworden, viele gerieten in Gefangenschaft; Fahrzeuge und Geräte waren nicht mehr vorhanden oder nicht mehr funktionsfähig, Unterkünfte zerstört. Es schien, als habe die Feuerwehr aufgehört zu bestehen. Damit begann wieder ein neuer Abschnitt für die Freiwilligen Feuerwehren unseres Landkreises. Durch Erlaß des Oberpräsidenten der Provinz Hannover vom 18. August 1945 schieden die Feuerwehren aus der Polizeiorganisation aus und wurden Einrichtungen der Gemeinden. Die Bezirks- und Kreisführer erhielten wieder die Bezeichnung Bezirks- bzw. Kreisbrandmeister, auch die übrigen Dienstgrade wurden wieder geändert.

Der bisherige Kreiswehrführer Karl Müller, Kirchohsen, wurde im August 1945 durch die britische Militärregierung seines Amtes enthoben, und sein früherer Stellvertreter, der Gärtnermeister Fritz Möller aus Aerzen wurde als Kreisbrandmeister unseres Landkreises eingesetzt. Karl Müller, Kirchohsen, wurde zu seinem Stellvertreter ernannt. Es wurden also nur die Funktionen getauscht. Leider mußte Karl Müller jedoch schon nach einem halben Jahr aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. Von 1946 bis 1948 ging die Verantwortung für den Feuerschutz immer mehr in deutsche Hände über die Militärregierung behielt sich lediglich das Aufsichtsrecht vor.

Eine feste Basis schaffte das Gesetz über den Feuerschutz im Lande Niedersachsen vom 21.März 1949: Der Feuerschutz wurde Selbstverwaltungsaufgabe der Gemeinden und Kreise. Nun konnten sich die Feuerwehren weiter entwickeln, das gewohnte und langjährig gewachsene Eigenleben zum Wohl der Allgemeinheit führen und Kameradschaft pflegen. Dies hatte zur Folge, daß die Dienstbereitschaft zunahm, und auch wieder junge Menschen Mitglied der Feuerwehren wurden. Am 25. August 1951 kam es dann zur Neugründung des Kreisfeuerwehrverbandes, der -wie bereits erwähnt- seine Existenz verloren hatte.

Das Wiedergründungs-Protokoll ist noch erhalten und lautet wie folgt:

Zum 25. August 1951 hatte Kreisbrandmeister Möller die Freiwilligen Feuerweh-
ren des Landkreises Hameln-Pyrmont - die durch eine Abordnung ihrer Wehren
vertreten waren - zu einer Dienstversammlung eingeladen

Auf der Tagesordnung standen die Punkte:

1.Wahl des Vorstandes des Kreisfeuenvehrverbandes
2.Verschiedenes

Der im Jahr 1923 gegründete "Kreisfeuerwehrverband Hameln-Pyrmont" war
durch die Kriegsjahre 1939 - 1945 und durch das unglückliche Kriegsende mit
den Nachwirkungen -Militärkommission usw.- nicht mehr geschäftsfähig. Es
muß daher wieder ein neuer Kreisfeuerwehrverband gegründet werden.
Kreisbrandmeister Möller übernahm den Vorsitz. Die übrigen Vorstandsmitglie-
der wurden in geheimer Wahl mittels Stimmzettel gewählt. Zum Stellvertreter des
Kreisbrandmeisters und Verbandsvorsitzenden wurde Baron Karl von Hake,
Diedersen, zum Schriftführer Friedrich Tegtmeyer, Afferde und zum Rechnungs-
führer Fritz Krage, Oldendorf, gewählt. Beisitzer wurden die Kameraden August
Rekate, Halvestorf, August Sagebiel, Salzhemmendorf und Karl Sommermeyer, Kirchohsen.

Folgende Unterkreise wurden gebildet:

Unterkreis Aerzen: Unterkreisbrandmeister Kropp
mit den Gemeinden: Reher, Grießem, Reinerbeck, Gr. Berkel, Kl. Berkel, Selxen,
Königsförde, Dehmke, Grupenhagen, Egge, Gellersen und Multhöpen.

Unterkreis Halvestorf: Unterkreisbrandmeister Rekate
mit den Gemeinden: Haverbeck, Lachem, Hemeringen, Dehmkerbrock und Her-
kendorf

Unterkreis Afferde: Unterkreisbrandmeister Ebeling
mit den Gemeinden: Diedersen, Tündern, Hastenbeck, Behrensen, Voremberg,
und Gr. Hilligsfeld.

Unterkreis Dörpe: Unterkreisbrandmeister Meinecke
mit den Gemeinden: Marienau, Herkensen, Hohnsen, Coppenbrügge, Bäntorf
und Brünnighausen

Unterkreis Bad Pyrmont: Unterkreisbrandmeister Bock
mit den Gemeinden: Amelgatzen, Holzhausen, Großenberg, Kleinenberg, Hämel-
schenburg, Hagen, Löwensen, Welsede und Thal.

Unterkreis Kirchohsen: Unterkreisbrandmeister Sommermeyer
mit den Gemeinden: Hagenohsen, Ohr, Latferde, Hajen, Frenke, Esperde, Börry,
Brockensen, Emmern, Grohnde, Lüntorf und Bessinghausen.

Unterkreis Salzhemmendorf: Unterkreisbrandmeister Sagebiel
mit den Gemeinden: Weenzen, Thüste, Wallensen, Oldendorf, Ockensen, Lauen-
stein, Levedagsen, Hemmendorf, Benstorf und Ahrenfeld.

Unterkreis Polle: Unterkreisbrandmeister Bruns
mit den Gemeinden: Heinsen, Meiborßen, Neersen, Vahlbruch, Brevörde, Baar-
sen und Eichenbom

Unterkreis Wehrbergen: Unterkreisbrandmeister Eckermann
mit den Gemeinden: Unsen, Holtensen und Welliehausen

Werkfeuerwehren: Aerzener Maschinenfabrik, Aerzen, Fa. Kreibaum, Lauenstein;
Fa. Maggi, Afferde, Fa. Bock, Osterwald und Fa. Niemeyer, Marienau

Der Kreisfeuerwehrverband gab sich eine Satzung, die 9 Paragraphen enthielt. Nunmehr konnten die Freiwilligen Feuerwehren wie früher selbständig über ihre internen Angelegenheiten beschließen. Es erfolgte eine fast ununterbrochene Weiterentwicklung bis in die heutige Zeit. Verbandsvorsitzender KBM Fritz Möller hat das Amt bis zu seiner ehrenvollen Verabschiedung am 30. Juni 1960 ausgeübt. Der Kreistag hatte ihn zuvor in seiner Sitzung am 14. Juni 1960 zum Ehrenkreisbrandmeister des Landkreises Hameln Pyrmont ernannt.

Am 23. April 1960 hatte KBM Fritz Möller die Gemeindebrandmeister zu einer Dienstversammlung in das Grohnder Fährhaus eingeladen, um einen Vorschlag an den Kreis für seinen Nachfolger herbeizuführen. Es gab mehrere Bewerber; im 2. Wahlgang wurde jedoch mit großer Mehrheit der stellv. Gemeindebrandmeister von Hajen, Friedrich-Wilhelm Strüver vorgeschlagen. Der Kreistag entsprach in seiner Sitzung am 14. Juni 1960 diesem Vorschlag mit der Ernennung von Friedrich-Wilhelm Strüver zum Kreisbrandmeister für die Dauer von zunächst 6 Jahren. KBM und auch gleichzeitig Verbandsvorsitzender Strüver behielt das Vertrauen seiner Kameraden und wurde durch den Kreistag für die 2. und auch 3. Amtsperiode ernannt. Zu seinem ständigen Vertreter berief der Kreistag in seiner Sitzung am 30. September 1969 den Gemeindebrandmeister und auch auf Kreisebene schon langjährig tätigen Oberbrandmeister Wilhelm Schweinebart aus Brünnighausen.

Durch die Gebiets- und Verwaltungsreform am 01. Januar 1973 wurde die bisherige Struktur unserer Feuerwehren grundlegend geändert. Am 16. Dezember 1972 hatte KBM Strüver die Unterkreisbrandmeister zur letzten Dienstbesprechung in diesem Kreis in das Gasthaus Schaper in Bad Pyrmont-Oesdorf geladen. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die erforderliche Neuordnung des Feuerlöschwesens. KBM Strüver wies darauf hin, daß es in Zukunft statt der bisher neun, nur noch 6 Stadt- bzw. Gemeindefeuerwehren geben werde. Es waren die Städte Hameln und Bad Pyrmont sowie die Gemeinden Aerzen, Coppenbrügge, Emmerthal und Salzhemmendorf

Die 1951 gegründeten 9 Unterkreise wurden aufgelöst und die Unterkreisbrandmeister mit herzlichen Dankesworten feierlich aus dieser Funktion verabschiedet. Der bei dieser Dienstbesprechung ebenfalls anwesende OKD Herr Graumann, der schon immer besonders enge und freundschaftliche Kontakte zu unseren Feuerwehren gepflegt hatte, würdigte ebenfalls die Verdienste der Ausscheidenden und richtete an sie die Bitte, sich auch weiterhin uneigennützig für das Feuerwehrwesen einzusetzen.

Am 31. Dezember 1972 hatten die Feuerwehren im Gebiet des Kreisfeuerwehrverbandes Hameln-Pyrmont:

3206 aktive Feuerwehrmänner in 80 Ortsfeuerwehren
122 Werkfeuerwehrmänner in 6 Werkfeuerwehren
335 Mitglieder in 17 Jugendfeuerwehren
350 Musiker in 21 Musikzügen
75 Musiker in 2 Jugendfeuerwehr-Spielmannszügen
20  Musiker in 1 Jugendfeuerwehr-Musikzug
1175 Mitglieder der Altersabteilung

Durch die vorgenannte Gebiets- und Verwaltungsreform wurden die Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinden Brevörde, Heinsen, Meiborßen, Polle und Vahlbruch an den Landkreis Holzminden, Hemeringen und Lachem an den Landkreis Grafschaft Schaumburg abgetreten. Hinzu kamen die Feuerwehren der Stadt Hameln und die der Gemeinden Bisperode, Bessingen und Harderode. Die Kreisreform führte zur Auflösung des Landkreises Springe und ab 01. März 1974 zur Eingliederung der neugebildeten Stadt Bad Münder in den Landkreis Hameln-Pyrmont. Die 16 Ortsfeuerwehren mit ca. 600 Mitgliedern wurden ebenfalls Mitglied unseres Kreisfeuerwehrverbandes und bildeten die Stadtfeuerwehr Bad Münder.

Ein neuer Abschnitt begann mit dem unerwarteten Tod von KBM Strüver am 26. Dezember 1974: um die Nachfolge zu regeln, hatte am 15. März 1975 der stellv. Kreisbrandmeister und stellv. Verbandsvorsitzende Wilhelm Schweinebart die Gemeinde- und Ortsbrandmeister zu einer Dienstbesprechung in das Kasino des Kraftwerkes Wesertal geladen. Mit überwiegender Mehrheit wurde der Stadtbrandmeister von Hameln, Friedrich Selle, von den Delegierten dem Kreistag zur Wahl vorgeschlagen.

Auch für unseren Kreisfeuerwehrverband begann ein neuer Abschnitt. Anläßlich der Verbandsversammlung am 15. Juni 1975 in Bisperode übemahm KBM Selle die Aufgaben des Verbandsvorsitzenden und wurde vom stellv. Bezirksbrandmeister Wente zum KBM ernannt. Die seit der Neugründung 1951 im Vorstand tätigen HBM Fritz Krage als Kassen- und Rechnungsführer und HBM Fritz Tegtmeyer als Schriftführer schieden aus. Mit größter Hochachtung wurden
beide verabschiedet und in Anerkennung ihrer Verdienste auf dem Brandschutzsektor mit dem Feuerwehr-Ehrenteller bedacht. "Wer bei der Feuerwehr arbeitet, bleibt jung", rief Friedrich Tegtmeyer nach seinen Dankesworten den Feuerwehrkameraden zu. Als Nachfolger wählte die Versammlung die Kameraden Rolf Bremeyer als Kassenwart und Berthold Wöltje zum Schriftführer. Weiterhin wurde auch eine den neuen Gegebenheiten angepaßte Satzung beschlossen.

Zum 01. August 1977, nach Auflösung des bisherigen Landkreises Grafschaft Schaumburg, ist die Stadt Hessisch Oldendorf dem Landkreis Hameln-Pyrmont angegliedert worden. Die Stadtfeuerwehr Hess. Oldendorf mit ca. 1000 aktiven Feuerwehrmitgliedern in 24 Ortsfeuerwehren wurde ebenfalls Mitglied unseres Verbandes. Damit wurde der Stand von 116 Ortsfeuerwehren erreicht.

Eine weitere gravierende Änderung und Neuordnung der Organisation unserer Freiwilligen Feuerwehren erfolgte mit dem Niedersächsischen Gesetz über den Brandschutz und die Hilfeleistungen der Feuerwehren - kurz: dem Niedersächsischen Brandschutzgesetz - vom 08. März 1978. Es regelt nun u.a. die Ausbildung, die Ausrüstung der FTZ, der Feuerwehrstütz- und Schwerpunkte, Kreisbereitschaften, die Einrichtung einer zentralen Einsatzleitstelle und es werden Brandschutzabschnitte gebildet. Damit mußten auch erstmalig Brandschutzabschnittsleiter gewählt und ernannt werden. Dazu wurden am 25. November 1978 die Orts- und Gemeindebrandmeister zu einer Dienstbesprechung in die Turnhalle der Gemeinde Emmerthal in Kirchohsen von KBM Fritz Selle geladen. Es werden mit Mehrheit dem Kreistag zur Wahl vorgeschlagen als Abschnittsleiter Ost der StBM Heinz Knief, Bad Münder und als Abschnittsleiter West der StBM Walter Schulte, Hess. Oldendorf. Leider wurde auch die Neuwahl des stellv. Kreisbrandmeisters erforderlich, da der Kamerad Wilhelm Schweinebart nach über 10jähriger überaus erfolgreicher Tätigkeit sein Amt zur Verfügung stellte. Mit großer Mehrheit wurde zum Stellv. Kreisbrandmeister der Kreisausbildungsleiter Dieter Wortmann vorgeschlagen und später vom Kreistag gewählt. Getragen vom Vertrauen seiner Kameraden wurde KBM Fritz Selle mit dem entsprechenden Kreistagsbeschluß vom 30. Juni 1981 für eine weitere Amtsperiode bis zum 31. Mai 1987 gewählt.

Ein besonderes Erlebnis war für die Teilnehmer am Kreisfeuerwehrverbandstag am 09. Juni 1985 - aus Anlaß des 100jährigen Bestehens der FF Aerzen - in Aerzen die Stiftung und Weihe einer Fahne. Herr Landrat Fritz Saacke sah im 100jährigen Bestehen unseres Landkreises Hameln-Pynnont einen willkommenen Anlaß, mit der Stiftung einer Fahne auch nach außen die Verbundenheit des Landkreises zu seinen Feuerwehren zu dokumentieren. Er nannte sie ein Symbol von Treue, Ehre und Zusammengehörigkeit und appellierte an die Wehren, sie stets in Ehren zu halten und an Sinn und Bedeutung eines solchen Tuches zu denken. Die Fahnenweihe wurde durch Ambergs Stadtbrandrat Hans Platzer vorgenommen, wozu auch die Fahnen aus Hameln und Bad Pyrmont aufmarschierten. Hans Platzer nahm die Weihe in bewegten und eindruckvollen Worten vor und verlieh so nicht nur diesem Akt einen überaus würdigen Rahmen, sondern machte damit dem ganzen Verbandstag zu einem eindrucksvollen Festakt. Eine besondere Ehrung galt auch Herrn Stadtdirektor Hermann Weber, Bad Münder, dessen langjährige große Verdienste um das Feuerwehrwesen mit der Ehrenmitgliedschaft im Kreisfeuerwehrverband gewürdigt wurde.

Am 07. März 1987 hatte KBM Fritz Selle zu einer Orts- und Gemeindebrandmeister-Dienstbesprechung ins Kasino der BHW-Bausparkasse geladen. Da seine Amtszeit zum 31. Mai 1987 endete und er auf eine Wiederwahl verzichtete, hatten die 122 anwesenden Orts- und Gemeindebrandmeister einen Nachfolger vorzuschlagen. Nachfolger wurde der bisherige Stellvertreter, AL Dieter Wortmann. Durch dessen Wahl zum KBM war es notwendig, einen anderen Stellv. KBM vorzuschlagen. Die Wahl fiel auf den Gemeindebrandmeister von Coppenbrügge Friedrich Bock. Eine besondere Ehrung wurde hier dem Verbandsvorsitzenden KBM Fritz Selle zuteil: bereits seit langem mit den Feuerwehr-Ehrenkreuzen in Silber und Gold ausgezeichnet, wurde ihm vom Regierungspräsidenten Dr. Lottermoser, Hannover, das Ehrenkreuz der Sonderstufe verliehen.

Bei der zum 13. Juni 1987 einberufenen Verbandsversammlung erklärte der Vorsitzende Fritz Selle mit Hinweis auf die Satzung des Kreisfeuerwehrverbandes, daß mit dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst auch der Vorsitz des Kreisfeuerwehrverbandes ende. Auch der stellv. Vorsitzende, HBM Wilhelm Schweinebart, hatte auf eine Wiederwahl verzichtet. So wurden, der Satzung des Kreisfeuerwehrverbandes entsprechend, der KBM Dieter Wortmann und sein Stellvertreter Friedrich Bock zum Verbandsvorsitzenden und dessen Stellvertreter gewählt. In Würdigung ihrer Verdienste um das Feuerwehrwesen und den Kreisfeuerwehrverband wurden auf Antrag des Vorstandes der Ehren-KBM und Verbandsvorsitzende Fritz Selle zum 1. Ehren-Vorsitzenden und sein Stellvertreter, HBM Wilhelm Schweinebart zum 4. Ehrenmitglied des Kreisfeuenvehrverbandes ernannt.

Nach Ablauf der Wahlperiode stellten sich am 24. April 1993 in der Mehrzweckhalle in Lauenstein der Verbandsvorsitzende KBM Dieter Wortmann und sein Stellvertreter stellv. KBM Friedrich Bock zur Wiederwahl. Unter Leitung des Ehrenmitgliedes HBM Wilhelm Schweinebart werden beiden einstimmig wiedergewählt. Eine besondere Ehrung wurde an diesem Tag Herrn OKD a.D. Dr. Kallmeyer zuteil: sein besonderer Einsatz für die Belange der Feuerwehren wurde mit der Ernennung zum Ehrenmitglied des Kreisfeuerwehrverbandes gewürdigt. Ebenfalls zum Ehrenmitglied wurde der StBM a.D. Hermann Bente, Bad Pyrmont, für seine fast 50jährige Feuerwehrtätigkeit, davon lange Zeit als Stadtbrandmeister, viele Jahre in der Kreisfeuerwehr und über 20 Jahre als Vorstandsmitglied im Kreisfeuerwehrverband tätig, ernannt.

Am 16. November 1996 hatte Kreisbrandmeister Dieter Wortmann zu einer Dienstbesprechung der Stadt-/Gemeinde- und Ortsbrandmeister ins Kasino des Kernkraftwerkes Grohnde geladen. Da die Amtszeit der Abschnittsleiter und deren Stellvertreter am 31. Dezember endete, war diese Dienstbesprechung notwendig geworden. Außerdem wollte er seine Funktion als Kreisbrandmeister auf eigenen Wunsch zum 31. Mai 1997 vorzeitig beenden. Die Wahlvorschläge der Kreisfeuerwehr an den Kreistag ergaben für die Abschnittsleiter und deren Stellvertreter Wiederwahl, zum Kreisbrandmeister wurde der bisherige Stellvertreter AL Friedrich Bock und zu dessen Stellvertreter AL Dieter Schulz vorgeschlagen.

Die Verbandsversammlung 1997 wurde am 19. April in der Sporthalle der Abraham-Lincoln-Schule in Bad Münder abgehalten. Da der Verbandsvorsitzende KBM Wortmann am 01. Mai 1997 aus dem Dienst ausscheiden wird, regte er an, seinen Nachfolger im Amt des Kreisbrandmeisters Friedrich Bock schon jetzt zum Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes zu wählen. Diesem Vorschlag wird einstimmig entsprochen. Zum stellv. Vorsitzenden wurde ebenfalls einstimmig der stellv. KBM AL Dieter Schulz gewählt. In Anerkennung seiner langjährigen verantwortungsbewußten Tätigkeit für das Feuerwehr- und Verbandswesen wurde KBM Wortmann auf Antrag des Vorstandes von den stimmberechtigten Anwesenden unter großem Beifall zum 2. Ehren-Vorsitzenden unseres Kreisfeuerwehrverbandes ernannt. Nach über 16jähriger Tätigkeit scheidet auch der Kassenwart BM Friedrich Becker auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand des KFV aus. In Anerkennung dieser langjährigen Tätigkeit wird er ebenfalls unter großem Beifall der Anwesenden zum Ehrenmitglied ernannt.
 

WIRD FORTGESETZT...