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25.11.2010 - Wohnungsbrand

Einfamilienhaus nach Brand unbewohnbar

 

Holzhausen: 79-Jährige im Krankenhaus

 

Walter L. (Name geändert) steht fassungslos zwischen verrußten und verbrannten Möbeln. Eigentlich hat er andere Sorgen, als Fragen zu beantworten. Bis vor wenigen Stunden befand sich hier noch seine intakte Küche. Hier, so vermuten Polizei und Feuerwehr, entstand der Brand, der sich schließlich bis auf den Dachboden ausbreitete und das Einfamilienhaus in Holzhausen unbewohnbar gemacht hat.

 

Die Polizei geht am Vormittag noch von einem Sachschaden in Höhe von 100000 Euro aus. Doch als das ganze Ausmaß der Zerstörung sichtbar wird, korrigiert die Holzhäuser Feuerwehr die Summe nach oben auf 200000 Euro.

Um 8.51 Uhr hatte die 79 Jahre alte Schwiegermutter von L. die Feuerwehr alarmiert. Sie wohnte im Dachgeschoss. "Sie hat wohl noch versucht, selber zu löschen, dann aber doch glücklicherweise schnell das Haus verlassen", meint Gruppenführer Maik Gödeke von der Feuerwehr Holzhausen, der den Einsatz der etwa 50 Feuerwehrleute leitet. Die alte Dame wird von DRK-Rettungsassistenten versorgt und vorsorglich mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Bathildiskrankenhaus gebracht. Alle anderen Bewohner, so meldet die Polizei bald, hätten das Gebäude uverletzt verlassen können.

Was ursprünglich als Zimmerbrand gemeldet wurde, entpuppte sich schnell als größere Aufgabe. Zunächst ruft Gödeke die Feuerwehr Bad Pyrmont mit ihrer Drehleiter zu Hilfe, dann auch noch Hagen und schließlich einen Gerätewagen mit Atemschutzausrüstung der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Kirchohsen. Denn nach und nach kommen 30 Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten in dem völlig verqualmten Gebäude zum Einsatz. Aus vielen Öffnungen quillt dichter Rauch. "Als ich ankam, schlugen mir die Flammen aus der Küche entgegen, wenig später hatten sie schon auf das Treppenhaus übergegriffen", berichtet Einsatzleiter Gödeke.

 

Den Brand haben die Wehren relativ schnell unter Kontrolle. Das der Einsatz aber fast vier Stunden dauert, liegt an der sorgfältigen Suche nach versteckten Brandnestern in den Zwischendecken des Fertighauses. Die führt mit Hilfe der Wärmebildkamera der Ortswehr Bad Pyrmont bis unters Dach.

 

Walter L. und seine Frau sind nun zwar wohnungs-, aber nicht obdachlos, denn sie können eine Wohnung von Verwandten beziehen, die im Urlaub sind. "Uns ist außerdem schon viel Hilfe angeboten worden", berichtet er. Was aus seinem Haus wird, das er erst vor zwei Jahren renoviert hat, weiß er noch nicht. "Das kann ich wohl nur noch abreißen", sinniert L. traurig und geschockt. "Hier haben wir erst gestern noch den Geburtstag meiner Schwiegermutter gefeiert."

Die Brandursache war gestern noch unklar. Der Zentrale Kriminaldienst der Polizei in Hameln ermittelt.

 

Text: Pyrmonter Nachrichten vom 25.11.2010