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29.09.2010 - Gefahrgutunfall bei Verladearbeiten - Säure ausgelaufen

Feuerwehren Oldendorf und Salzhemmendorf zusammen mit Spezialeinheiten der Kreisfeuerwehr probten den Ernstfall bei Alarmübung.

 

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Die Firma Logocos Cosmetik in Oldendorf (Gemeinde Salzhemmendorf) war am Mittwoch, 29. September 2010, das Ziel einer Alarmübung nach einem Gefahrgutunfall. Als Ausgangslage hatten Kreisausbildungsleiter Kay Leinemann und der Stv. Bereitschaftsführer der KFB Ost Frank Melde, die die Übung ausgearbeitet hatten, vorgegeben, dass bei Verladearbeiten ein Gabelstapler zwei Fässer mit einer Chemikalie im oberen Fach eines Schwerlastregals beschädigt hatte und ein weiteres Fass aus dem Lager gefallen war. Um 16.39 Uhr wurden zunächst die Ortswehren Oldendorf und Salzhemmendorf sowie die Klein-Schleife des ABC-Zuges mit dem Gerätewagen-Dekontamination (GW-Dekon)  nach der Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) der Gemeinde bei einem Gefahrgutunfall alarmiert worden. Die Kräfte übernahmen mit einem Trupp unter Chemikalienschutzanzug (Stärke 1:2) eine erste Lageerkundung, zu der Messungen mit dem Ex-Warngerät gehörten. Es stellte sich anhand der aufgefundenen Ladepapiere heraus, dass es sich bei dem Stoff um Fumarychlorid (Fumarsäuredichlorid, UN-Nr. 1780) handeln sollte, die teilweise aufgelaufen war. Der Stoff ist ätzend, brennbar und darf nicht mit Wasser gelöscht werden. Personen waren nicht in Gefahr, da der Gabelstaplerfahrer sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht hatte. Ein Fass wurde gegen weiteres auslaugen des Stoffes gesichert, zudem der Kanaleinlauf abgesperrt.

 

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Die Einsatzkräfte forderten dann um 16.54 Uhr die Spezialeinheiten der Kreisfeuerwehr mit der Gefahrguteinheit der Feuerwehr Kirchohsen (Standort Feuerwehrtechnische Zentrale Kirchohsen) und den ABC-Zug (Standtort Katastrophenschutz-Zentrum Marienau) an. Beide Züge werden bei einem Gefahrgutunfall im Landkreis Hameln-Pyrmont in der Regel gemeinsam eingesetzt. An der Einsatzstelle hatte die Besatzung des GW-Dekon unterstützt von der Erkundungs- und Lotsengruppe des ABC-Zuges inzwischen eine Dekontaminationsstelle entgegen der Windrichtung aufgebaut. Die Gefahrguteinheit und der ABC-Zug übernahmen unter der Leitung von Zugführer Phil Kreibaum (Gefahrguteinheit) dann die weitere Abarbeitung des angenommen Gefahrguteinsatzes. So wurden die defekten Fässer gegen weiteres Auslaufen gesichert, Lecks abgedichtet, das Lager so weit es ging ausgeräumt sowie die Säure aus dem beschädigten Fass abgepumpt. Dazu wurden mehrere Trupps unter Chemikalienschutzanzügen eingesetzt. Mit Einbruch der Dämmerung übernahmen die Ortswehren Oldendorf und Salzhemmendorf noch das Ausleuchten der Einsatzstelle.

 

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Zum Übungsende gegen 20 Uhr stellten die Übungsleiter und Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke zufrieden fest, dass alle Aufgaben im Rahmen eines Gefahrguteinsatzes souverän abgearbeitet wurden. Wenn überhaupt, gab es nur Kleinigkeiten zu bemängeln. Schließlich rückte noch die Versorgungseinheit der Katastrophenschutz-Bereitschaft von der FTZ Kirchohsen an, um die rund 80 Einsatzkräfte mit Warm- und Kaltgetränken zu versorgen.

 

Bericht und Bilder: F.-W. Thies, KPW