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23.08.2002 - Einsatz der Kreisbereitschaft bei Flutkatastrophe

Das wichtigste in Kürze:

 

 Einsatzbeginn Freitag, 23.08.2002 - 08:00 Uhr
Einsatzort LK Lüchow-Dannenberg, in der Nähe der Ortschaft Gartow
Einsatzkräfte Erweiterte Kreisbereitschaft mit 194 Einsatzkräften aus dem gesamten Landkreis
 Einsatzstichwort Unterstützung bei Flutkatastrophe an der Elbe
Lagemeldung der ersten Kräfte Sammeln in Bad Münder am Deisterbahnhof
Lagemeldung des Einsatzleiters Deichwache im Bereich Gartow - Kapern
Verletzte Personen 13 allergische Reaktionen auf Insektenstiche, 1 Sehnenscheidenentzündung
Einsatzende Sonntag, 25.08.2002 - 17:00 Uhr
Sonstiges Große gemeine Stechmücken erschweren den Einsatz

 

Treffpunkt für die im Vorfeld aus mehreren Einheiten beider kreiseigener Bereitschaften zusammengestellten Marschkolonne war am Freitag, 23.08.2002 um 08:00 Uhr der Deisterbahnhof in Bad Münder. Nachdem die Bereitschaft um 08:15 Uhr den Sammelpunkt verlassen hatte, ging es über Bundes- und Landstraßen in Richtung Celle. An der dortigen Landesfeuerwehrschule wurde gegen 10:00 Uhr technischer Halt gemacht.Etwa eine halbe Stunde später fuhr die Bereitschaft dann in Richtung Landkreis Lüchow-Dannenberg ab. Um 12:00 Uhr erreichten wir unseren Bereitstellungsraum und meldeten uns bei der Technischen Einsatzleitung vor Ort an.

 

Ein Einsatzort in der Nähe von Gartow wurde uns zugewiesen, der um 14:30 Uhr erreicht wurde. In der Nähe von Kapern bei Gartow standen die Mitglieder aller 4 Züge entlang des Deiches und sicherten diesen. Sichern bedeutete hier: die Deiche bestehen zum größten Teil aus Sand; der Sand wird von Wasserdruck unterspült und der Deich löcherig. Dies kann zum Deichbruch führen. Unsere Aufgabe war es daher, den Deichfuß (nicht die Deichkrone) auf austretendes Wasser zu prüfen und ggf. abzudichten. Vor dem Deich ist das relativ einfach; hinter dem Deich wurden dazu Taucher benötigt, die eine Folie auf die Deichfläche brachten.

 

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 Feuerwehrfahrzeuge, wohin das Auge sieht...

 

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 ...auch im Gegenverkehr.

 

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 Technischer Halt in der Schule Celle

 

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Ankunft in Lüchow-Dannenberg

 

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 Deiche mitten im Wald?

 

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Muß wohl so sein!.

 

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 Befehlsausgabe anhand der Karte...

 

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...durch ortskundige Kräfte

 

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 Diesen Deich gilt es zu halten...

 

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...mit allen erforderlichen Mitteln

 

 

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Arbeiten vor dem Deich mit Tauchern

 

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Befestigungsarbeiten auf dem Deich

 

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Ein durchweichter Deich am Fuß...

 

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...und an der Krone gesichert.

 

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Der Nachschub an Sandsäcken wird mit...

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...schwerem Gerät vom THW geliefert.

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Das Einsatzgebiet bei Gartow Ortsteil Kapern liegt zwischen Schnackenburg und Gorleben an der Elbe und ist bereits großflächig überflutet. Im "gelben" Abschnitt arbeitete der 1. Zug auf 1,8 km Länge am Deich. Im "roten" Abschnitt arbeitete bis 22:00 Uhr der 3. und 4. Zug auf 2 km Länge am Deich. Der 2. Zug hatte sich zur Nachtruhe begeben und löste ab 02:00 Uhr andere Kräfte ab. Die Einsatzleitung (schwarzer Punkt EL) befand sich fast genau in der Mitte zwischen den uns zugewiesenen Abschnitten. In der Nacht lösten sich die einzelnen Züge gegenseitig ab, so dass alle wenigstens ein paar Stunden Schlaf bekamen.

 

Am Morgen des 24.08.2002 fand eine Begehung des Abschnittes mit den zuständigen Behörden statt. Diese ergab, dass die zur Erhöhung der Deichkronen aufgebrachten Sandsäcke nicht mehr benötigt werden, da der Wasserpegel langsam wieder sinkt. Am Boden des Deiches - sowohl davor, als auch dahinter - werden diese Sandsäcke aber benötigt, um den Deich wie oben beschrieben stabil zu halten. Zwei Züge der Kreisbereitschaft unterstützten Taucher der Bundeswehr bei der Anbringung von Folien und Sandsäcken vor dem Deich, während die anderen beiden Züge Sandsäcke von der Deichkrone an den vorher erkundeten Stellen zum Deichfuß hin abtrugen.

 

Diese Tätigkeiten wurden mit Hochdruck vorangetrieben, weil die Gesamt-Einsatzleitung sich dadurch zusammen mit dem weiter abfliessenden Elbwasser eine deutliche Stabilisierung der Lage erhoffte.

 

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Essenausgabe durch die...

 

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...eigene Versorgungsgruppe

 

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Da fliegen die Sandsäcke...

 

 

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...zum Deichfuß durch die Luft

 

 

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Aber mit vielen Händen...

 

 

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...geht das natürlich deutlich schneller!

 

 

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Die Elbe bei Schnackenburg...

 

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...mit Blickrichtung Ort Lenzen

 

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Der künstliche Deich im "gelben" Abschnitt...

 

 

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...ist besonders von Durchweichungen betroffen

 

 

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An den gefährdeten Stellen werden...

 

 

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...die vom THW gelieferten Sandsäcke verbaut.

 

 

 

Durch das massive Umschichten der Sandsäcke auf dem Deichkörper konnte ein gewisse Stabilität und damit eine Entspannung der Lage erzielt werden. Der Wasserstand war in den letzten 24 Stunden um etwa 35 Zentimeter gesunken. Der uns übertragene Einsatzabschnitt galt als gesichert und wurde in der Nacht nur noch von einer kleinen Deichwache beobachtet, sowie einige Kameraden, die Funkwache hielten und so die Alarmbereitschaft der Kreisfeuerwehr aufrecht erhielten. Die überwiegende Anzahl der Kräfte verbrachte die Nacht in einer Turnhalle, um sich von den Strapazen des Tages auszuruhen.

 

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Frühsport im Bereitstellungsraum...

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...eine Runde Beach-Volleyball

 

Am Morgen des 25.08.2002 wurden wir ab 07:00 Uhr durch die Versorgungsgruppe in gewohnt guter und umfangreicher Weise mit frischen Brötchen, Kaffee und Tee gestärkt. Danach wurde die Bereitschaft ab 09:00 Uhr nach Schnackenburg direkt an die Elbe in den Abschnitt der Berufsfeuerwehr Hildesheim verlegt. An dem 10 Kilometer langen Abschnitt von Schnackenburg westwärts kam es immer wieder zu Durchweichungen im Elb-Deich. Die besondere Schwierigkeit lag in diesem Abschnitt an der schlechten Erreichbarkeit der Einsatzorte. Mit schweren Fahrzeugen durfte am Deichfuß nicht gefahren werden, sodaß die Kräfte teilweise bis zu 4,5 Kilometer zu Fuß gehen mußten. Der Kreisfeuerwehr Hameln-Pyrmont wurde ein etwa 400 Meter breiter Abschnitt zugeteilt, an dem der Deichfuß mehrlagig verstärkt werden mußte.

 

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Auf der selben Anhöhe, auf der sich auch die Einsatzleitwagen der Kreisfeuerwehr Hameln-Pyrmont und der Berufsfeuerwehr Hildesheim befanden, traf nach einiger Zeit der THW Ortsverband Hameln ein. Die mitgebrachten Ponton-Boote wurden daher von den Führungskräften zu einer wasserseitigen Deicherkundung genutzt.

 

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 Ponton-Boote des THW OV Hameln

 

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Die Erkundungs-Gruppe

 

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 Ganze Fichtenwälder stehen...

 

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...in den Fluten unter Wasser

 

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 Mit Folie gesicherter Deich schützt...

 

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...die dahinter liegenden Häuser

 

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Der Deich auf der anderen Elbseite...

 

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...ist etwa 2 km entfernt

 

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Material für die nächsten Stunden

 

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Eine Gruppe auf dem Weg zum Deich

 

 

Nachdem dieser Bereich vollständig gesichert war, gab es für unsere Bereitschaft keine neuen Aufgaben mehr. Der nächste Verband aus dem Landkreis Diepholz stand auch schon im Bereitstellungsraum, also lautete unser Befehl aus der zentralen Einsatzleitung in Gartow: "Marschbereitschaft herstellen und am Sammelplatz einfinden. Sie fahren zurück zum Standort!" Wir verabschiedeten uns von der örtlichen Einsatzleitung, die sich noch einmal ausdrücklich für unsere tatkräftige Hilfe bedankte. Ebenso wie die Bevölkerung der Ortschaften Gartow, Kapern, Nienwalde und Schnackenburg, die alle Einsatzkräfte mit frischem Obst, Kaffee, Mineralwasser und manchmal sogar riesigen Pfannen mit Rühreiern versorgt hat. Wir sind dort sehr gut aufgenommen worden, und würden jederzeit wieder dort zum Einsatz fahren.

 

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Aufstellung zum Rückmarsch...

 

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...nach Hause!

 

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Ist gern geschehen!

 

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Ihr hättet dasselbe für uns getan.

 

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Kaltgetränke aus dem Kofferraum an die Helfer...

 

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...wir sagen "Dankeschön" nette Unbekannte!

 

 

Dank der Kreisbereitschaftsführer

 

Folgende Fahrzeuge und ihre Besatzungen waren im Einsatz:

 

Einheit Standort Besatzung Florian Rufname
Führungsgruppe        
KdoW FTZ  1/1 Hameln 98-08
MTW FTZ  1/3 Hameln 89-61
ELW1 FTZ  1/4 Hameln 89-64
ELW2 FTZ  1/2 Hameln 89-60
MTW KatS  1/2 Hameln 88-33
ELF Afferde  1/2 Hameln 88-45
ELF KatS  1/4 Hameln 88-46
Krad FTZ  0/1 Hameln 89-68
Krad FTZ  0/1 Hameln   89-69
     1/6/16    
         
1.Zug        
ELW1 Bad Pyrmont 1/2 Hameln  20-60
TLF 16/25 Bad Pyrmont 1/5 Hameln 20-10
LF8 Hagen 1/8 Hameln   22-20
LF8 Großenwieden 1/8 Hameln   80-22
LF8 Hemeringen 1/8 Hameln  81-22
SW2000 FTZ 1/2 Hameln  89-35
MTW Hess. Oldendorf 0/1 Hameln  80-61
      1/5/33    
         
2. Zug        
ELW1  Groß Berkel   1/3  Hameln  41-60
TLF16/25  Unsen   1/5  Ostertor  11-10
LF16  Hameln    1/8  Ostertor   10-21
LF8  Hameln    1/8  Ostertor   10-22
LF 16 TS    Groß Berkel    1/8  Hameln   41-23
TSF-W  Reher    1/5  Hameln    40-21
      1/5/36    
 3. Zug        
 ELW1     1/3 Hameln  63-60
TLF 16/25    1/5 Hameln 63-10
LF8    1/8 Hameln   61-20
LF8    1/8 Hameln   71-21
LF8    1/8 Hameln   72-21
SW 2000    1/2 Hameln   71-35
    1/5/32    
4. Zug        
ELW1    1/2 Hameln   32-60
LF 16 TS    1/8 Hameln 30-20
LF 16 TS    1/8 Hameln  31-20
LF 16 TS    1/8 Hameln   32-25
LF 8    1/8 Hameln   50-20
TSF    1/5 Hameln   51-24
RW1     1/2 Hameln   70-40
      1/6/41    
Versorgungsgruppe        
Küchenwagen     1/1 Hameln   89-49
Feldkochherd        
LKW     1/1 Hameln   89-46
MTW KatS   1/1 Hameln   88-33
         
  Gesamt   5/28/161   =   194  Kräfte