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28.10.2001 - Brand in der Lagerhalle MVH

Das wichtigste in Kürze:

 

Einsatzbeginn Sonntag 28. Oktober 2001 - 11:56 Uhr
 Einsatzort Hameln - Müllverbrennungsanlage
Einsatzkräfte FF Hameln, Afferde, Halvestorf, Unsen; Div. Spezialkräfte des Landkreises - 125 Kräfte Feuerwehr
Einsatzstichwort Brennt Müll in einer Lagerhalle der MVH
Lagemeldung der ersten Kräfte Ca. 25 t Müll im Schwelbrand - Gebäude nicht wesentlich betroffen
Lagemeldung des Einsatzleiters Massiver Schaumeinsatz erforderlich
Verletzte Personen keine
Sachschaden (laut Polizei) ca. 100 TDM
Einsatzende 28. Oktober 2001 - 16:58 Uhr
Sonstiges  keine Gefahr für die Umwelt durch Atemgifte

 

In einer Lagerhalle der Müllverbrennungsanlage Hameln, die bis zu 600 t Müll fassen kann, waren etwa 25 t Hausmüll in Brand geraten. Gegen 11:56 Uhr schlug die automatische Brandmeldeanlage im Leitstand des Heizkraftwerkes an. Der Löschzug der Hauptberuflichen Wachbereitschaft rückte umgehend aus. Als der Einsatzleiter am Schadenort ankommt, erkennt er sofort: der Müll in der Halle brennt in voller Ausdehnung; hier ist Verstärkung erforderlich. Zunächst werden zwei Züge der FF Hameln alarmiert, im weiteren Verlauf kommen die anderen zwei Züge auch noch zum Einsatz.

 

Eine Brandbekämpfung ist nur unter schwerem Atemschutz möglich, der Innenangriff mit einem B-Rohr bringt jedoch nicht den gewünschten Erfolg. Nachdem die Stirnseite der Halle in Dachhöhe geöffnet wurde, konnte ein großer Teil des Brandrauches und der Hitze abziehen.Es war jedoch nicht möglich, die großen Hallentore (auf dem unteren Foto 3 x blau) elektrisch oder mit Muskelkraft zu öffnen. Daher wurden die Tore mit Hilfe eines Gabelstaplers geöffnet und mit Kanthölzern gesichert. Mit dem Schaumwerfer des Kernkraftwerks Grohnde wurde zunächst der brennende Müllberg mit Schaum bedeckt und durch einen Radlader ins Freie gebracht. Kunststoffteile flammen jedoch immer wieder auf, so daß sich die Einsatzleitung erneut zu einem massiven Schaumeinsatz entschließt. Der Schwerschaum bedeckt die Oberfläche des brennbaren Materials und verhindert so, daß Sauerstoff an das Material gelangen kann: das Feuer hat dann keine Chance. Zu Beginn bot sich den Einsatzkräften folgendes Bild:

 

a

 

Aus der Lagerhalle steigt heller Qualm (hoher Wasserdampfanteil) auf. Die Halle selbst ist nicht vom Feuer betroffen, und es ist kein Flammenschein zu sehen.

 

 

b

In der Halle ist es stark verqualmt

c

die Kräfte gehen daher unter schwerem Atemschutz vor.

 

e

Auch der Radlader bewegt sich im Rauch...

f

... der Fahrer trägt daher  eine Atemschutzmaske.

 

g

... der Fahrer trägt daher  eine Atemschutzmaske.

h

... der Fahrer trägt daher  eine Atemschutzmaske.

 

i

Draußen wird der glimmende Müll...

k

...mit einer Schaumdecke überzogen.

 

l

Der Schaummittelbedarf ist enorm hoch...

m

...zum Glück sind genug Reserven vorhanden.

 

n

Warten auf die nächsten Fuhre Müll...

o

... und ablöschen!

 

Der nachalarmierten FF Afferde gelingt es dann, das Feuer endgültig zu löschen.

 

Die Bevölkerung im Stadtteil Afferde wurde vorsorglich über Rundfunkdurchsagen aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der Fachberater Chemie und zwei Meßwagen der Kreisfeuerwehr Hameln-Pyrmont führten Schadstoffmessungen durch, die jedoch nur innerhalb des Kraftwerksgeländes eine leichte Konzentration von Nitrosen Gasen feststellen konnten. Außerhalb des Geländes war keine Schadstoffkonzentration nachweisbar, so daß die Rundfunkdurchsagen wieder aufgehoben werden konnten.

 

Da alle vier Züge der Ortswehr Hameln im Einsatz waren, besetzten die Freiwilligen Feuerwehren aus Halvestorf und Unsen die Feuerwache in der Innenstadt.